Der Ice Chiller im Test

Wer mag schon gerne warme Getränke? Ich jedenfalls nicht! Deswegen habe ich mir nach einem Bar-Besuch ein neues Küchengerät zugelegt, das seit kurzem auf dem Markt ist: Einen Glasvereiser namens Ice Chiller.

Der Ice Chiller ist zwar eigentlich für den Betrieb in der Gastronomie vorgesehen, allerdings kostet er nur rund 500€, so dass er auch für den Privatgebrauch erschwinglich ist. Ich wollte das Gerät gerne testen und habe ihn mir daher bei Amazon bestellt.

Da es über das neue Gerät (kam 2015 auf den Markt) noch keine Tests im Internet zu finden gab, habe ich beschlossen, für euch den Ice Chiller einem Heimanwender-Test zu unterziehen.

Wie funktioniert der Ice Chiller?

Die Funktionsweise des Ice Chillers beruht auf einem einfachen physikalischen Effekt, dem Joule-Thompson-Effekt.

In der am Ice Chiller angeschlossenen Gasflasche befindet sich CO2 mit einem Druck von bis zu 200 Bar. Betätigt man den Taster am Gerät, öffnet sich ein Magnetventil und das Gas kann entweichen. Der Joule-Thompson-Effekt tritt immer dann auf, wenn reale Gase ihren Druck verändern. Hier reduziert sich der Druck schlagartig vom Flaschendruck von bis zu 200 Bar auf den Umgebungsdruck von 1 Bar.

Die Temperaturdifferenz beträgt in diesem Fall bis zu -38°C. Das eiskalte Gas strömt aus der Düse ins Glas und vereist dieses.

Wie wird der Ice Chiller benutzt?

Die Benutzung des Ice Chillers ist wirklich einfach. Zunächst wird der Ice Chiller an die CO2-Flasche angeschlossen. Der Anschluss an das Flaschenventil erfolgt dabei über ein Ansatzstück aus Messing, das in einem grauen, verplombten Kasten verschwindet. In diesem befindet sich ein Magnetventil, welches die Zufuhr von flüssigem Kohlendioxid zur Düse regelt. Aus dem Ventilkasten führt ein Riffelschlauch zum eigentlichen Ice Chiller. Aus

Im Ice Chiller endet der Riffelschlauch und offenbart uns sein Inneres: elektrische Leitungen zur Steuerung des Magnetventils bzw. zur Stromversorgung der im Ice Chiller verbauten LEDs, welche für einen aufsehenerregenden Vereisungsvorgang sorgen sollen, sowie einen Hochdruck-Schlauch der das CO2 zur Düse transportiert.

Der eigentliche Vereisungsvorgang wird durch einen beleuchteten Taster am Glasvereiser ausgelöst. Es erfolgt dann ein Sprühstoß, der so lange anhält, so lange man den Taster gedrückt hält. Lässt man den Taster los, endet auch die Vereisung.

Das Glas wird während der Vereisung ein wenig über der Düse gedreht und gekantet, damit die kalte Luft möglichst gut durch das Glas zirkulieren kann. Je nach Glastyp wir das Vereisungsergebnis besser oder schlechter. Gute Erfahrungen habe ich mit mitteldicken Glasstärken gemacht: dicke Gläser wir Pokalgläser vereisen etwas schlechter, bei dünnen Sektgläsern ist das Ergebnis sehr stark, es bilden sich starke Eisbeläge – vielleicht muss ich das Gläser kühlen aber auch einfach noch ein wenig üben, denn wie so oft im Leben ist es auch hier: Übung macht den Meister.

Verarbeitung

Die Verarbeitung des Geräts (hier in der Standalone-Version ohne Tisch) ist tadellos. Es gibt keine scharfen Kanten, die Bauteile wirken edel und hochwertig.

Mit welchen Kosten muss ich rechnen?

Der Getränkekühler Ice Chiller kostet bei Amazon in der Standalone-Version, die von glasvereiser.de geteste wurde, 499,99€. Hinzu kommen die Kosten für die CO2-Flasche, die xx€ kostet. Falls andere Versionen benötigt werden, ist mit Aufpreisen zu rechnen.

An laufenden Kosten fallen neben den obligatorischen Stromkosten (im Centbereich) nur die Kosten für das Gas an. Die Füllung der Kohlendioxidflasche kostet dabei in etwa 15€. Wie lange man mit einer Flaschenfüllung hinkommt kann ich noch nicht sagen, da mir die Langzeiterfahrung fehlt.

Mein Fazit

Ja, man kann hier durchaus kritisch sein: braucht man den Ice Chiller um seine Gläser zu kühlen? Die Antwort kann man so einfach nicht geben. Natürlich ist vom Glasvereiser nicht das eigene Überleben abhängig. Ich würde den das Gerät genau dort ansiedeln wo auch Küchengeräte wie der Thermomix angesiedelt sind. Die Zielgruppe ist die, die für einen netten Effekt bei Grillparties oder Cocktailabenden gerne mal ein paar Euro mehr ausgibt.

Mir gefällt der Getränkekühler und ich möchte ihn nicht mehr missen. Irgendwie macht das Cocktail-schlürfen mit vereisten Gläsern doch viel mehr Spaß – und darauf kommt es bei geselligen Abenden doch an, oder?

Für den ursprünglichen Anwendungszweck – den Einsatz im Restaurant oder der Bar –  kann ich als Heimanwender natürlich kein Fazit ziehen. Ich könnte mir aber vorstellen, dass wir in einigen Jahren einen Ice Chiller in jeder Bar sehen werden. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist für den gewerblichen Anwendern nochmal besser, da sich das Gerät quasi im Dauereinsatz befindet.

Soweit ich mitbekommen habe gibt es für den Einsatz im gewerblichen Umfeld auch verschiedene Varianten, die einen Einbau in die Bar ermöglichen oder zum Beispiel als Standalone-Variante mit Tisch angeboten werden. Auch ein Branding der Plexiglasscheibe ist auf Anfrage möglich.